Am Ende dieser Lektion kann ich …
- Anwenden: Maskulin: der wird dem
- Anwenden: Neutrum: das wird dem
- Anwenden: Feminin: die wird der
- Anwenden: Plural: die wird den
- Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Einfache Erklärung
Was ist der Dativ?
Der Dativ ist einer der vier Fälle im Deutschen. Er zeigt häufig, wem etwas gegeben, gesagt oder geholfen wird. Außerdem verlangen bestimmte Verben und Präpositionen immer den Dativ. Wenn ein Nomen im Dativ steht, verändert sich meistens sein Artikel.
Bestimmte Artikel im Dativ
Die bestimmten Artikel verändern sich im Dativ nach einem festen Muster: der wird zu dem, das wird ebenfalls zu dem, die wird zu der und die im Plural wird zu den. Das wichtigste Merkmuster lautet deshalb: dem – der – dem – den.
Unbestimmte Artikel im Dativ
Bei unbestimmten Artikeln wird ein bei maskulinen und neutralen Nomen zu einem. Eine wird bei femininen Nomen zu einer. Einen unbestimmten Artikel im Plural gibt es nicht. Dafür können zum Beispiel kein oder Possessivartikel verwendet werden.
Wann steht der Dativ?
Auf A2-Niveau begegnet dir der Dativ besonders in drei Situationen: nach bestimmten Präpositionen wie mit oder bei, nach bestimmten Verben wie helfen oder danken und als Empfänger in Sätzen mit Verben wie geben oder schicken.
Präpositionen mit Dativ
Die Präpositionen aus, bei, mit, nach, seit, von und zu verlangen immer den Dativ. Nach diesen Präpositionen musst du deshalb den Artikel entsprechend verändern: mit dem Bus, bei der Freundin, von einem Kollegen oder zu den Eltern.
Dativ nach bestimmten Verben
Einige häufige Verben verlangen den Dativ. Dazu gehören zum Beispiel helfen, danken, gefallen und gehören. Man sagt deshalb: Ich helfe dem Mann, Wir danken der Lehrerin oder Das Fahrrad gehört meinem Bruder.
Dativ und Akkusativ zusammen
Bei Verben wie geben, schicken oder zeigen können Dativ und Akkusativ gleichzeitig vorkommen. Der Dativ bezeichnet oft die Person, die etwas bekommt. Der Akkusativ bezeichnet die Sache. In Ich gebe dem Kind einen Apfel ist dem Kind Dativ und einen Apfel Akkusativ.
Plural im Dativ
Im Dativ Plural verwendet man den. Zusätzlich bekommt das Nomen meistens ein -n, wenn seine Pluralform noch nicht auf -n oder -s endet. Aus die Kinder wird den Kindern und aus die Freunde wird den Freunden. Bei den Frauen oder den Autos kommt kein zusätzliches -n dazu.
Dativ bei Wechselpräpositionen
Präpositionen wie in, an und auf können Dativ oder Akkusativ verlangen. Wenn sie auf die Frage Wo? antworten und eine Position beschreiben, steht normalerweise der Dativ: Das Handy liegt auf dem Tisch. Bei einer Bewegung mit Ziel steht dagegen meistens der Akkusativ.
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Die Grundreihe ist dem/der/dem/den; unbestimmte und possessive Formen folgen verwandten Mustern: einem/einer/einem, meinem/meiner/meinem/meinen. Im Plural reicht den allein nicht: den Kindern, aber den Frauen/Autos ohne weiteres n. Dativ folgt dem Satzmuster, nicht einem dritten Wortplatz. Dieselbe Artikelform kann zu anderem Kasus oder Genus gehören; lies Nominalgruppe und Verb zusammen.
Übersicht zum Gebrauch
Die Tabelle zeigt Satzmuster. Bedeutungsoptionen folgen der Oberflächensprache; übersetzte Sätze stehen unter Beispiele.
| Muster oder Funktion | Muster in der Zielsprache |
|---|---|
| Maskulin: der wird dem | Ich helfe dem Mann. |
| Feminin: die wird der | Ich helfe der Frau. |
| Plural: die wird den | Ich helfe den Kindern. |
| Unbestimmter Artikel maskulin und neutral | Ich helfe heute einem Mann. |
| Unbestimmter Artikel feminin | Ich helfe heute einer Frau. |
| Plural: die wird den | Ich helfe den Kindern. |
Grammatikformel
Bestimmter Artikel maskulin
dem + maskulines NomenIch spreche mit dem Lehrer.
Bestimmter Artikel feminin
der + feminines NomenIch helfe der Frau.
Bestimmter Artikel neutral
dem + neutrales NomenIch spiele mit dem Kind.
Bestimmter Artikel Plural
den + Pluralnomen + meistens -nIch spreche mit den Freunden.
Unbestimmter Artikel
einem/einer + NomenIch spreche mit einer Kollegin.
Possessivartikel
meinem/meiner/meinen + NomenIch fahre mit meinen Freunden.
Negation mit kein
keinem/keiner/keinen + NomenIch spreche mit keinem Kollegen.
Dativ und Akkusativ
Subjekt + Verb + Dativperson + AkkusativsacheIch gebe dem Kind einen Apfel.
Wichtige Regeln
- 1
Maskulin: der wird dem
Ein maskulines Nomen mit bestimmtem Artikel bekommt im Dativ dem: der Mann → dem Mann.
- 2
Neutrum: das wird dem
Ein neutrales Nomen bekommt im Dativ ebenfalls dem: das Kind → dem Kind.
- 3
Feminin: die wird der
Ein feminines Nomen bekommt im Dativ den Artikel der: die Frau → der Frau.
- 4
Plural: die wird den
Im Plural wird die zu den. Häufig bekommt zusätzlich auch das Nomen ein -n: die Kinder → den Kindern.
- 5
Unbestimmter Artikel maskulin und neutral
Ein wird im Dativ bei maskulinen und neutralen Nomen zu einem: einem Mann, einem Kind.
- 6
Unbestimmter Artikel feminin
Eine wird im Dativ bei femininen Nomen zu einer: einer Frau, einer Kollegin.
- 7
Kein und Possessivartikel
Kein, mein, dein, sein, ihr, unser und ähnliche Wörter folgen im Dativ demselben Endungsmuster wie ein: meinem Vater, meiner Mutter, meinem Kind, meinen Freunden.
- 8
Dativpräpositionen
Nach aus, bei, mit, nach, seit, von und zu steht immer der Dativ.
- 9
Dativ bei helfen und danken
Verben wie helfen und danken verlangen für die betroffene Person den Dativ: Ich helfe dem Nachbarn. Wir danken der Ärztin.
- 10
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Die Grundreihe ist dem/der/dem/den; unbestimmte und possessive Formen folgen verwandten Mustern: einem/einer/einem, meinem/meiner/meinem/meinen. Im Plural reicht den allein nicht: den Kindern, aber den Frauen/Autos ohne weiteres n. Dativ folgt dem Satzmuster, nicht einem dritten Wortplatz. Dieselbe Artikelform kann zu anderem Kasus oder Genus gehören; lies Nominalgruppe und Verb zusammen.
Praktische Beispiele
Ich fahre jeden Morgen mit dem Bus zur Arbeit.
Jeden Morgen benutze ich den Bus, um zur Arbeit zu fahren.
Mit verlangt immer den Dativ. Der Bus wird deshalb zu dem Bus.
Sie spricht gerade mit der neuen Lehrerin.
Sie führt gerade ein Gespräch mit der neuen Lehrerin.
Lehrerin ist feminin. Im Dativ wird die zu der.
Wir spielen nachmittags mit dem Kind im Garten.
Am Nachmittag spielen wir gemeinsam mit dem Kind draußen.
Kind ist neutral. Das wird im Dativ zu dem.
Kannst du meinem Bruder bei den Hausaufgaben helfen?
Kannst du meinen Bruder bei seinen Hausaufgaben unterstützen?
Helfen verlangt den Dativ. Mein Bruder wird zu meinem Bruder.
Der rote Mantel gehört der Frau dort.
Die Frau dort ist die Besitzerin des roten Mantels.
Gehören verlangt für die besitzende Person den Dativ.
Wir danken dem Arzt für seine schnelle Hilfe.
Wir bedanken uns beim Arzt für seine schnelle Unterstützung.
Danken steht mit Dativ. Der Arzt wird zu dem Arzt.
Nach der Arbeit treffe ich meine Freunde.
Wenn meine Arbeit vorbei ist, treffe ich meine Freunde.
Nach verlangt den Dativ. Die Arbeit wird zu der Arbeit.
Anna wohnt bei einer deutschen Familie.
Anna lebt im Haushalt einer deutschen Familie.
Bei verlangt immer den Dativ. Eine Familie wird zu einer Familie.
Ich komme gerade von einem Freund.
Ich war bei einem Freund und komme jetzt von dort zurück.
Von steht immer mit Dativ. Ein Freund wird zu einem Freund.
Am Wochenende fahren wir zu unseren Eltern.
Am Wochenende besuchen wir unsere Eltern und fahren zu ihnen.
Zu verlangt den Dativ. Unser wird im Plural zu unseren.
Die Kinder sind gerade in der Schule.
Die Kinder befinden sich im Moment in der Schule.
In beschreibt hier einen Ort und beantwortet die Frage Wo?, deshalb steht Dativ.
Mein Handy liegt auf dem Küchentisch.
Mein Handy befindet sich auf dem Tisch in der Küche.
Auf beschreibt hier eine Position ohne Bewegung. Deshalb steht Tisch im Dativ.
Ich gebe dem Kind einen Apfel.
Das Kind bekommt von mir einen Apfel.
Dem Kind ist der Empfänger und steht im Dativ. Einen Apfel steht im Akkusativ.
Hilfst du der neuen Kollegin heute?
Unterstützt du heute die neue Kollegin?
Auch in einer Frage verlangt helfen den Dativ.
Ich spreche mit keinem Nachbarn darüber.
Ich rede mit keinem meiner Nachbarn über dieses Thema.
Kein wird bei einem maskulinen Nomen im Dativ zu keinem.
Wir fahren morgen mit den Freunden meiner Schwester ans Meer.
Morgen fahren wir zusammen mit den Freunden meiner Schwester zum Meer.
Im Dativ Plural steht den. Freunde bekommt zusätzlich ein -n und wird zu Freunden.
Typische Fehler
- ❌ Ich helfe den Mann. ✅ Ich helfe dem Mann.
- ❌ Ich helfe die Frau. ✅ Ich helfe der Frau.
- ❌ Ich helfe die Kindern. ✅ Ich helfe den Kindern.
- ❌ Ich helfe heute einen Mann. ✅ Ich helfe heute einem Mann.
- ❌ Ich helfe heute eine Frau. ✅ Ich helfe heute einer Frau.
- ❌ Ich helfe den Kinder. ✅ Ich helfe den Kindern.
Lerntipps
- Merke dir die Reihenfolge der bestimmten Artikel im Dativ: dem – der – dem – den.
- Maskulin und Neutrum haben im Dativ dieselbe Form: dem.
- Nach aus, bei, mit, nach, seit, von und zu kannst du direkt mit dem Dativ rechnen.
- Lerne Verben wie helfen, danken, gefallen und gehören zusammen mit ihrem Dativ.
- Achte beim Dativ Plural nicht nur auf den Artikel den, sondern auch auf ein mögliches zusätzliches -n am Nomen.
- Bei geben, schicken und zeigen ist die Person oft Dativ und die Sache oft Akkusativ.
- Bei Wechselpräpositionen hilft die Frage Wo? häufig beim Erkennen des Dativs.
- Lerne Possessivartikel nicht einzeln auswendig, sondern über das Muster einem – einer – einem – meinen.
Im eigenen Text verwenden
Schreibe sechs zusammenhängende Sätze über dein Leben, Pläne oder Erfahrungen und nutze jedes Tabellenmuster einmal. Prüfe mit den Regeln, warum die Konstruktion passt. Dies ist Selbsteinschätzung; der Multiple-Choice-Test erhält ein getrennt gespeichertes Ergebnis.
- Bilde mit Tabellenmuster 1 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 2 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 3 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 4 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 5 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 6 einen neuen Satz über dich.
Muster ansehen
Ich helfe dem Mann. Ich helfe der Frau. Ich helfe den Kindern. Ich helfe heute einem Mann. Ich helfe heute einer Frau. Ich helfe den Kindern.
Prüfe deine Sätze
- Die beabsichtigte Bedeutung passt zur Konstruktion.
- Ich habe Subjekt, Verbform, Kasus/Präposition und Wortstellung geprüft.
- Ich habe eigene Kontexte formuliert und die Ausnahmen beachtet.
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Häufige Fragen
Worauf achte ich bei „Maskulin: der wird dem“?
Ein maskulines Nomen mit bestimmtem Artikel bekommt im Dativ dem: der Mann → dem Mann.
Worauf achte ich bei „Neutrum: das wird dem“?
Ein neutrales Nomen bekommt im Dativ ebenfalls dem: das Kind → dem Kind.
Worauf achte ich bei „Feminin: die wird der“?
Ein feminines Nomen bekommt im Dativ den Artikel der: die Frau → der Frau.
Worauf achte ich bei „Plural: die wird den“?
Im Plural wird die zu den. Häufig bekommt zusätzlich auch das Nomen ein -n: die Kinder → den Kindern.
Worauf achte ich bei „Unbestimmter Artikel maskulin und neutral“?
Ein wird im Dativ bei maskulinen und neutralen Nomen zu einem: einem Mann, einem Kind.
Worauf achte ich bei „Unbestimmter Artikel feminin“?
Eine wird im Dativ bei femininen Nomen zu einer: einer Frau, einer Kollegin.
Worauf achte ich bei „Kein und Possessivartikel“?
Kein, mein, dein, sein, ihr, unser und ähnliche Wörter folgen im Dativ demselben Endungsmuster wie ein: meinem Vater, meiner Mutter, meinem Kind, meinen Freunden.
Worauf achte ich bei „Dativpräpositionen“?
Nach aus, bei, mit, nach, seit, von und zu steht immer der Dativ.
Worauf achte ich bei „Dativ bei helfen und danken“?
Verben wie helfen und danken verlangen für die betroffene Person den Dativ: Ich helfe dem Nachbarn. Wir danken der Ärztin.
Worauf achte ich bei „Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung“?
Die Grundreihe ist dem/der/dem/den; unbestimmte und possessive Formen folgen verwandten Mustern: einem/einer/einem, meinem/meiner/meinem/meinen. Im Plural reicht den allein nicht: den Kindern, aber den Frauen/Autos ohne weiteres n. Dativ folgt dem Satzmuster, nicht einem dritten Wortplatz. Dieselbe Artikelform kann zu anderem Kasus oder Genus gehören; lies Nominalgruppe und Verb zusammen.
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