Am Ende dieser Lektion kann ich …
- Aktive Attribute mit Partizip I
- Partizip II und die Nomenrolle
- Erweiterungen vor dem Partizip
- Endungsflexion der Gruppe
- Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit
- Bezug und Modalität bewahren
Einfache Erklärung
Erweiterte Partizipialattribute ermöglichen es, Informationen über ein Nomen kompakt und präzise auszudrücken. Sie ersetzen häufig Relativsätze und werden besonders in formellen, wissenschaftlichen und schriftlichen Texten verwendet. In dieser Lektion lernst du Bildung, Verwendung, Deklination und typische Fehler auf B2-Niveau.
Aktive Attribute mit Partizip I
Partizip I entsteht gewöhnlich aus Infinitiv + d und hat aktiven Bezug: der in Bonn arbeitende Mann. Aktiv verlangt keine Absicht: die kochende Suppe ist richtig. Danach folgt die passende Adjektivendung.
Partizip II und die Nomenrolle
Attributives Partizip II hat oft passiven oder resultativen Bezug: der gestern unterschriebene Vertrag. Der gerade angekommene Zug ist dagegen aktiv-vorzeitig. Partizip II ist nicht immer passiv; Verb und Nomenrolle entscheiden.
Erweiterungen vor dem Partizip
Abhängige Angaben und Ergänzungen stehen meist vor dem Partizip: die seit Jahren an diesem Projekt arbeitende Forscherin. Die Gruppe beschreibt das Nomen ohne eigenes finites Verb. Bei großer Länge kann ein Relativsatz lesbarer sein.
Endungsflexion der Gruppe
In mit dem gestern reparierten Gerät steht -en an repariert, nicht gestern. Artikel, Genus, Numerus und Kasus bestimmen die Endung. Attributiv verhält sich das Partizip adjektivisch, anders als das unflektierte Verbpartizip im Perfekt.
Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit
Zu + Partizip I wie der zu prüfende Antrag beschreibt zu Prüfendes oder Prüfbares, keinen laufenden Prüfvorgang. Bewahre zu und Deklination: die zu prüfenden Anträge. Pflicht oder Möglichkeit klärt der Kontext.
Bezug und Modalität bewahren
Vergleiche Attribut und Relativsatz: der unterschriebene Vertrag und der Vertrag, der unterschrieben wurde. Prüfe Vorzeitigkeit, Ergebnis, Handelnde und Pflicht. Ein einfaches Partizip bewahrt nicht automatisch jede Modal- oder Zeitdifferenz; nötigenfalls bleibt der volle Satz.
Übersicht zum Gebrauch
| Muster oder Funktion | Muster in der Zielsprache |
|---|---|
| Aktive Attribute mit Partizip I | Der in Bonn arbeitende Mann heißt Tom. |
| Partizip II und die Nomenrolle | Ich lese den gestern unterschriebenen Vertrag. |
| Erweiterungen vor dem Partizip | Die seit Jahren an diesem Projekt arbeitende Forscherin heißt Anna. |
| Endungsflexion der Gruppe | Ich fahre mit dem gestern reparierten Auto. |
| Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit | Der morgen zu prüfende Antrag liegt hier. |
| Bedeutung im Kontext | die in Bonn arbeitende Ingenieurin |
Grammatikformel
Aktive Attribute mit Partizip I
Infinitiv + d + Adjektivendungdie schnell laufende Frau
Partizip II und die Nomenrolle
Partizip II + Adjektivendungdas gestern gekaufte Buch
Erweiterungen vor dem Partizip
Artikel + Ergänzungen + Partizip + Adjektivendung + Nomender Mann, der im Büro arbeitet → der im Büro arbeitende Mann
Wichtige Regeln
- 1
Aktive Attribute mit Partizip I
Partizip I entsteht gewöhnlich aus Infinitiv + d und hat aktiven Bezug: der in Bonn arbeitende Mann. Aktiv verlangt keine Absicht: die kochende Suppe ist richtig. Danach folgt die passende Adjektivendung.
- 2
Partizip II und die Nomenrolle
Attributives Partizip II hat oft passiven oder resultativen Bezug: der gestern unterschriebene Vertrag. Der gerade angekommene Zug ist dagegen aktiv-vorzeitig. Partizip II ist nicht immer passiv; Verb und Nomenrolle entscheiden.
- 3
Erweiterungen vor dem Partizip
Abhängige Angaben und Ergänzungen stehen meist vor dem Partizip: die seit Jahren an diesem Projekt arbeitende Forscherin. Die Gruppe beschreibt das Nomen ohne eigenes finites Verb. Bei großer Länge kann ein Relativsatz lesbarer sein.
- 4
Endungsflexion der Gruppe
In mit dem gestern reparierten Gerät steht -en an repariert, nicht gestern. Artikel, Genus, Numerus und Kasus bestimmen die Endung. Attributiv verhält sich das Partizip adjektivisch, anders als das unflektierte Verbpartizip im Perfekt.
- 5
Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit
Zu + Partizip I wie der zu prüfende Antrag beschreibt zu Prüfendes oder Prüfbares, keinen laufenden Prüfvorgang. Bewahre zu und Deklination: die zu prüfenden Anträge. Pflicht oder Möglichkeit klärt der Kontext.
- 6
Bezug und Modalität bewahren
Vergleiche Attribut und Relativsatz: der unterschriebene Vertrag und der Vertrag, der unterschrieben wurde. Prüfe Vorzeitigkeit, Ergebnis, Handelnde und Pflicht. Ein einfaches Partizip bewahrt nicht automatisch jede Modal- oder Zeitdifferenz; nötigenfalls bleibt der volle Satz.
Praktische Beispiele
Der auf dem Balkon stehende Mann telefoniert gerade.
Die gestern veröffentlichte Studie sorgt für Diskussionen.
Die in München lebenden Studenten besuchen einen Deutschkurs.
Das von einem Experten entwickelte Konzept wurde angenommen.
Der vor der Tür wartende Kunde möchte eine Frage stellen.
Die neu gebaute Brücke verbindet zwei Stadtteile.
Die ständig steigenden Kosten belasten das Unternehmen.
Der im Ausland studierende Sohn kommt selten nach Hause.
Die gestern reparierte Maschine funktioniert wieder.
Ein gut vorbereitetes Team erreicht bessere Ergebnisse.
Typische Fehler
- ❌ Der in Bonn arbeitenden Mann heißt Tom. ✅ Der in Bonn arbeitende Mann heißt Tom.
- ❌ Ich lese den gestern unterschriebene Vertrag. ✅ Ich lese den gestern unterschriebenen Vertrag.
- ❌ Die seit Jahren an dieses Projekt arbeitende Forscherin heißt Anna. ✅ Die seit Jahren an diesem Projekt arbeitende Forscherin heißt Anna.
- ❌ Ich fahre mit dem gestern reparierte Auto. ✅ Ich fahre mit dem gestern reparierten Auto.
- ❌ Der morgen zu prüfenden Antrag liegt hier. ✅ Der morgen zu prüfende Antrag liegt hier.
- ❌ die in Bonn arbeitende Ingenieurin → Partizip-II-Attribut mit passivem Bezug ✅ die in Bonn arbeitende Ingenieurin → Aktives Partizip-I-Attribut
Lerntipps
- Zu + Partizip I wie der zu prüfende Antrag beschreibt zu Prüfendes oder Prüfbares, keinen laufenden Prüfvorgang. Bewahre zu und Deklination: die zu prüfenden Anträge. Pflicht oder Möglichkeit klärt der Kontext.
- Vergleiche Attribut und Relativsatz: der unterschriebene Vertrag und der Vertrag, der unterschrieben wurde. Prüfe Vorzeitigkeit, Ergebnis, Handelnde und Pflicht. Ein einfaches Partizip bewahrt nicht automatisch jede Modal- oder Zeitdifferenz; nötigenfalls bleibt der volle Satz.
Im eigenen Text verwenden
Schreibe sechs neue Sätze über dein Leben, Erfahrungen oder Ansichten. Nutze Regeln und Tabelle und begründe die Formen. Die Muster sind Beispiele; du musst nicht jede Form in einen Text zwingen. Dies ist Selbsteinschätzung; das Testergebnis wird getrennt gespeichert.
- Bilde mit „Aktive Attribute mit Partizip I“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Partizip II und die Nomenrolle“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Erweiterungen vor dem Partizip“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Endungsflexion der Gruppe“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Vergleiche Form und Bedeutung von zwei eigenen Beispielen und erkläre den Unterschied.
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Der auf dem Balkon stehende Mann telefoniert gerade. Die gestern veröffentlichte Studie sorgt für Diskussionen. Die in München lebenden Studenten besuchen einen Deutschkurs. Das von einem Experten entwickelte Konzept wurde angenommen. Der vor der Tür wartende Kunde möchte eine Frage stellen. Die neu gebaute Brücke verbindet zwei Stadtteile.
Prüfe deine Sätze
- Die beabsichtigte Bedeutung passt zur Konstruktion.
- Ich habe Subjekt, Verbform, Kasus/Präposition und Wortstellung geprüft.
- Ich habe eigene Kontexte formuliert und die Ausnahmen beachtet.
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Verwandte Grammatik
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Häufige Fragen
Worauf kommt es bei „Aktive Attribute mit Partizip I“ an?
Partizip I entsteht gewöhnlich aus Infinitiv + d und hat aktiven Bezug: der in Bonn arbeitende Mann. Aktiv verlangt keine Absicht: die kochende Suppe ist richtig. Danach folgt die passende Adjektivendung.
Worauf kommt es bei „Partizip II und die Nomenrolle“ an?
Attributives Partizip II hat oft passiven oder resultativen Bezug: der gestern unterschriebene Vertrag. Der gerade angekommene Zug ist dagegen aktiv-vorzeitig. Partizip II ist nicht immer passiv; Verb und Nomenrolle entscheiden.
Worauf kommt es bei „Erweiterungen vor dem Partizip“ an?
Abhängige Angaben und Ergänzungen stehen meist vor dem Partizip: die seit Jahren an diesem Projekt arbeitende Forscherin. Die Gruppe beschreibt das Nomen ohne eigenes finites Verb. Bei großer Länge kann ein Relativsatz lesbarer sein.
Worauf kommt es bei „Endungsflexion der Gruppe“ an?
In mit dem gestern reparierten Gerät steht -en an repariert, nicht gestern. Artikel, Genus, Numerus und Kasus bestimmen die Endung. Attributiv verhält sich das Partizip adjektivisch, anders als das unflektierte Verbpartizip im Perfekt.
Worauf kommt es bei „Zu-Attribute für Pflicht oder Möglichkeit“ an?
Zu + Partizip I wie der zu prüfende Antrag beschreibt zu Prüfendes oder Prüfbares, keinen laufenden Prüfvorgang. Bewahre zu und Deklination: die zu prüfenden Anträge. Pflicht oder Möglichkeit klärt der Kontext.
Worauf kommt es bei „Bezug und Modalität bewahren“ an?
Vergleiche Attribut und Relativsatz: der unterschriebene Vertrag und der Vertrag, der unterschrieben wurde. Prüfe Vorzeitigkeit, Ergebnis, Handelnde und Pflicht. Ein einfaches Partizip bewahrt nicht automatisch jede Modal- oder Zeitdifferenz; nötigenfalls bleibt der volle Satz.
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