Am Ende dieser Lektion kann ich …
- Partizip I zeigt eine aktive Handlung
- Partizip II beschreibt meistens einen Zustand
- Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen
- Partizip I wird mit -d gebildet
- Nicht jedes Partizip II ist passiv
- Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Einfache Erklärung
Partizip I und Partizip II können im Deutschen wie Adjektive verwendet werden, um Personen, Dinge oder Situationen genauer zu beschreiben. Partizip I zeigt meistens eine aktive Handlung, während Partizip II oft ein Ergebnis oder einen abgeschlossenen Zustand beschreibt.
Partizip I zeigt eine aktive Handlung
Partizip I zeigt meist einen aktiven gleichzeitigen Bezug: das schlafende Kind. Aktiv verlangt keinen absichtlichen Handelnden: Auch die kochende Suppe ist richtig.
Partizip II beschreibt meistens einen Zustand
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen
Vor einem Nomen müssen Partizipien die gleichen Endungen wie Adjektive erhalten. Beispiel: ein geschriebenes Wort, der wartende Mann.
Partizip I wird mit -d gebildet
Die Grundform entsteht durch Infinitiv + d. Beispiel: arbeiten → arbeitend, lesen → lesend.
Nicht jedes Partizip II ist passiv
Der reparierte Computer bezeichnet etwas Repariertes, der angekommene Zug einen Zug, der angekommen ist. Bestimme Verbbedeutung und Beziehung, dann die Adjektivendung. Ge- beweist allein keine Passivbedeutung.
Vom Relativsatz zum Attribut
Das Kind, das schläft → das schlafende Kind zeigt Gleichzeitigkeit. Das Auto, das repariert wurde → das reparierte Auto zeigt ein betroffenes Ergebnis. Vor Nomen wird das Partizip nach Begleiter und Kasus flektiert, nicht als selbstständiges finites Verb.
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
Übersicht zum Gebrauch
| Muster oder Funktion | Muster in der Zielsprache |
|---|---|
| Partizip I zeigt eine aktive Handlung | Das weinende Kind braucht Hilfe. |
| Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen | Ich sehe den wartenden Mann. |
| Partizip II beschreibt meistens einen Zustand | Das reparierte Auto fährt wieder. |
| Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung | Der bereits angekommene Zug steht am Gleis. |
| Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung | vor dem geschlossenen Fenster. |
| Bedeutung im Kontext | ein schlafendes Kind |
Grammatikformel
Bildung Partizip I
Infinitiv + dlernen → lernend → ein lernendes Kind
Partizip I mit Adjektivendung
Artikel + Partizip I + Adjektivendung + NomenDer wartende Mann steht draußen.
Partizip II mit Adjektivendung
Partizip II + Adjektivendung + NomenDie gekaufte Wohnung ist groß.
Wichtige Regeln
- 1
Partizip I zeigt eine aktive Handlung
Partizip I zeigt meist einen aktiven gleichzeitigen Bezug: das schlafende Kind. Aktiv verlangt keinen absichtlichen Handelnden: Auch die kochende Suppe ist richtig.
- 2
Partizip II beschreibt meistens einen Zustand
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
- 3
Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen
Vor einem Nomen müssen Partizipien die gleichen Endungen wie Adjektive erhalten. Beispiel: ein geschriebenes Wort, der wartende Mann.
- 4
Partizip I wird mit -d gebildet
Die Grundform entsteht durch Infinitiv + d. Beispiel: arbeiten → arbeitend, lesen → lesend.
- 5
Nicht jedes Partizip II ist passiv
Der reparierte Computer bezeichnet etwas Repariertes, der angekommene Zug einen Zug, der angekommen ist. Bestimme Verbbedeutung und Beziehung, dann die Adjektivendung. Ge- beweist allein keine Passivbedeutung.
- 6
Vom Relativsatz zum Attribut
Das Kind, das schläft → das schlafende Kind zeigt Gleichzeitigkeit. Das Auto, das repariert wurde → das reparierte Auto zeigt ein betroffenes Ergebnis. Vor Nomen wird das Partizip nach Begleiter und Kasus flektiert, nicht als selbstständiges finites Verb.
- 7
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
Praktische Beispiele
Das weinende Kind braucht seine Mutter.
Das Kind, das weint, braucht seine Mutter.
weinende kommt von weinen und beschreibt eine Handlung, die gerade passiert.
Ein wartender Kunde steht vor der Tür.
Ein Kunde wartet vor der Tür.
wartender zeigt eine aktive Handlung des Kunden.
Die arbeitenden Menschen sind müde.
Die Menschen arbeiten gerade und sind müde.
arbeitenden beschreibt Personen, die eine Handlung ausführen.
Ich sehe einen schlafenden Hund im Garten.
Ich sehe einen Hund, der im Garten schläft.
schlafenden ist Partizip I von schlafen.
Die gekaufte Wohnung ist sehr hell.
Die Wohnung wurde gekauft und ist jetzt vorhanden.
gekaufte beschreibt ein Ergebnis einer abgeschlossenen Handlung.
Das geschlossene Fenster bleibt den ganzen Tag zu.
Das Fenster ist geschlossen und bleibt so.
geschlossen beschreibt einen Zustand.
Der reparierte Computer funktioniert wieder.
Der Computer wurde repariert und funktioniert wieder.
reparierte zeigt das Ergebnis einer Handlung.
Wir besuchen eine bekannte Stadt.
Wir besuchen eine Stadt, die viele Menschen kennen.
bekannte stammt von kennen und wird wie ein Adjektiv benutzt.
Ein lächelnder Mann begrüßt die Gäste.
Ein Mann lächelt und begrüßt die Gäste.
lächelnder beschreibt eine gleichzeitig stattfindende Handlung.
Die schnell wachsende Firma sucht Mitarbeiter.
Die Firma wächst schnell und sucht Mitarbeiter.
wachsende zeigt eine laufende Entwicklung.
Typische Fehler
- ❌ Das weinen Kind braucht Hilfe. ✅ Das weinende Kind braucht Hilfe.
- ❌ Ich sehe den wartende Mann. ✅ Ich sehe den wartenden Mann.
- ❌ Das reparieren Auto fährt wieder. ✅ Das reparierte Auto fährt wieder.
- ❌ Der bereits ankommend Zug steht am Gleis. ✅ Der bereits angekommene Zug steht am Gleis.
- ❌ vor dem geschlossene Fenster. ✅ vor dem geschlossenen Fenster.
- ❌ ein schlafendes Kind → Ergebnis einer Handlung am Bezugsnomen ✅ ein schlafendes Kind → eine gleichzeitige aktive Tätigkeit
Lerntipps
- Frage zuerst: Passiert die Handlung gerade oder ist sie schon abgeschlossen?
- Partizip I bedeutet oft aktiv, Partizip II oft Ergebnis oder Zustand.
- Lerne Partizipien immer zusammen mit einem Beispielnomen.
- Achte besonders auf die Adjektivendungen.
- Diese Struktur kommt häufig in Nachrichten, Beschreibungen und formellen Texten vor.
Im eigenen Text verwenden
Schreibe sechs neue Sätze über dein Leben, Erfahrungen oder Ansichten. Nutze Regeln und Tabelle und begründe die Formen. Die Muster sind Beispiele; du musst nicht jede Form in einen Text zwingen. Dies ist Selbsteinschätzung; das Testergebnis wird getrennt gespeichert.
- Bilde mit „Partizip I zeigt eine aktive Handlung“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Partizip II beschreibt meistens einen Zustand“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Partizip I wird mit -d gebildet“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Bilde mit „Nicht jedes Partizip II ist passiv“ ein neues Beispiel zu einer realen oder vorgestellten Situation.
- Vergleiche Form und Bedeutung von zwei eigenen Beispielen und erkläre den Unterschied.
Muster ansehen
Das weinende Kind braucht seine Mutter. Ein wartender Kunde steht vor der Tür. Die arbeitenden Menschen sind müde. Ich sehe einen schlafenden Hund im Garten. Die gekaufte Wohnung ist sehr hell. Das geschlossene Fenster bleibt den ganzen Tag zu.
Prüfe deine Sätze
- Die beabsichtigte Bedeutung passt zur Konstruktion.
- Ich habe Subjekt, Verbform, Kasus/Präposition und Wortstellung geprüft.
- Ich habe eigene Kontexte formuliert und die Ausnahmen beachtet.
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Verwandte Grammatik
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Häufige Fragen
Worauf kommt es bei „Partizip I zeigt eine aktive Handlung“ an?
Partizip I zeigt meist einen aktiven gleichzeitigen Bezug: das schlafende Kind. Aktiv verlangt keinen absichtlichen Handelnden: Auch die kochende Suppe ist richtig.
Worauf kommt es bei „Partizip II beschreibt meistens einen Zustand“ an?
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
Worauf kommt es bei „Partizipien vor Nomen bekommen Adjektivendungen“ an?
Vor einem Nomen müssen Partizipien die gleichen Endungen wie Adjektive erhalten. Beispiel: ein geschriebenes Wort, der wartende Mann.
Worauf kommt es bei „Partizip I wird mit -d gebildet“ an?
Die Grundform entsteht durch Infinitiv + d. Beispiel: arbeiten → arbeitend, lesen → lesend.
Worauf kommt es bei „Nicht jedes Partizip II ist passiv“ an?
Der reparierte Computer bezeichnet etwas Repariertes, der angekommene Zug einen Zug, der angekommen ist. Bestimme Verbbedeutung und Beziehung, dann die Adjektivendung. Ge- beweist allein keine Passivbedeutung.
Worauf kommt es bei „Vom Relativsatz zum Attribut“ an?
Das Kind, das schläft → das schlafende Kind zeigt Gleichzeitigkeit. Das Auto, das repariert wurde → das reparierte Auto zeigt ein betroffenes Ergebnis. Vor Nomen wird das Partizip nach Begleiter und Kasus flektiert, nicht als selbstständiges finites Verb.
Worauf kommt es bei „Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung“ an?
Partizip I bezeichnet häufig einen aktiven gleichzeitigen Bezug; nicht jedes Subjekt handelt absichtlich. Partizip II kann ein betroffenes Ergebnis oder abgeschlossene aktive Bewegung zeigen: der angekommene Zug ist kein Passiv. Beide werden vor Nomen dekliniert. Infinitiv + d ist keine finite Verbform. Lexikalisierte Adjektive wie bekannt müssen keine wörtliche Ereignisbedeutung behalten.
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