Am Ende dieser Lektion kann ich …
- Anwenden: Genus und Numerus kommen vom Bezugswort
- Anwenden: Nominativ für das Subjekt
- Anwenden: Akkusativ für das direkte Objekt
- Anwenden: Der Kasus wird im Relativsatz bestimmt
- Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Einfache Erklärung
Was ist ein Relativsatz?
Ein Relativsatz beschreibt eine Person oder Sache genauer. Er bezieht sich auf ein Nomen im Hauptsatz und vermeidet unnötige Wiederholungen. Statt „Das ist der Mann. Der Mann arbeitet hier.“ kann man sagen: „Das ist der Mann, der hier arbeitet.“ Der Teil „der hier arbeitet“ ist der Relativsatz.
Was ist das Bezugswort?
Das Bezugswort ist das Nomen, über das der Relativsatz zusätzliche Informationen gibt. In „Das ist die Frau, die nebenan wohnt“ ist „die Frau“ das Bezugswort. Genus und Numerus des Bezugswortes bestimmen, ob das Relativpronomen zum Beispiel der, die oder das lautet.
Wie wählt man das richtige Relativpronomen?
Für die richtige Form braucht man zwei Informationen. Erstens: Welches Genus und welchen Numerus hat das Bezugswort? Zweitens: Welche Funktion hat das Relativpronomen im Relativsatz? Ist es Subjekt, steht es im Nominativ. Ist es direktes Objekt, steht es im Akkusativ.
Nominativ im Relativsatz
Steht das Relativpronomen als Subjekt des Relativsatzes, verwendet man den Nominativ. Das bedeutet: der für maskuline Nomen, die für feminine Nomen, das für neutrale Nomen und die für den Plural. Beispiel: „Ich kenne einen Mann, der in Berlin arbeitet.“ Der Mann führt die Handlung aus.
Akkusativ im Relativsatz
Ist das Relativpronomen das direkte Objekt, verwendet man den Akkusativ. Besonders wichtig ist die maskuline Form: der wird zu den. Feminine, neutrale und Pluralformen bleiben im Akkusativ die, das und die. Beispiel: „Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe.“ Hier ist ich das Subjekt und den das Objekt.
Die Position des Verbs
Ein Relativsatz ist ein Nebensatz. Deshalb steht das konjugierte Verb normalerweise am Ende. Man sagt also „die in München wohnt“ und nicht „die wohnt in München“. Auch bei zusammengesetzten Verbformen steht der konjugierte Teil am Ende: „das ich gestern gekauft habe“.
Kommas bei Relativsätzen
Relativsätze werden mit Kommas vom Hauptsatz getrennt. Steht der Relativsatz am Ende, steht davor ein Komma. Steht er mitten im Hauptsatz, wird er normalerweise durch zwei Kommas eingeschlossen: „Der Mann, den ich gestern getroffen habe, ist mein Nachbar.“
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Genus und Numerus kommen vom Bezugsnomen, der Kasus aus der Funktion im Relativsatz: Ich kenne den Mann, der hier wohnt. Den Mann ist im Hauptsatz Akkusativ, der im Relativsatz Subjekt. Den ich sehe ist ein Objektmuster. Ein grammatisches Subjekt ist nicht bloß ein aktiv Handelnder. Das finite Verb steht hinten; eingeschobene Relativsätze erhalten beidseitige Kommas. Geübt werden Nominativ und Akkusativ.
Übersicht zum Gebrauch
Die Tabelle zeigt Satzmuster. Bedeutungsoptionen folgen der Oberflächensprache; übersetzte Sätze stehen unter Beispiele.
| Muster oder Funktion | Muster in der Zielsprache |
|---|---|
| Nominativ für das Subjekt | Das ist der Mann, der hier wohnt. |
| Akkusativ für das direkte Objekt | Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe. |
| Genus und Numerus kommen vom Bezugswort | Das ist die Frau, die hier arbeitet. |
| Genus und Numerus kommen vom Bezugswort | Das ist das Kind, das hier wohnt. |
| Genus und Numerus kommen vom Bezugswort | Das sind die Kinder, die hier spielen. |
| Das Verb steht am Ende | Das ist der Mann, der in Bonn wohnt. |
Grammatikformel
Maskulin im Nominativ
maskulines Bezugswort + , der + ... + VerbDas ist der Mann, der hier arbeitet.
Feminin im Nominativ
feminines Bezugswort + , die + ... + VerbDas ist die Frau, die nebenan wohnt.
Neutrum im Nominativ
neutrales Bezugswort + , das + ... + VerbDas ist das Kind, das draußen spielt.
Plural im Nominativ
Bezugswort im Plural + , die + ... + VerbDas sind die Leute, die hier arbeiten.
Maskulin im Akkusativ
maskulines Bezugswort + , den + Subjekt + ... + VerbDas ist der Mann, den ich jeden Morgen sehe.
Feminin im Akkusativ
feminines Bezugswort + , die + Subjekt + ... + VerbDas ist die Frau, die wir gestern getroffen haben.
Neutrum im Akkusativ
neutrales Bezugswort + , das + Subjekt + ... + VerbDas ist das Handy, das ich gestern gekauft habe.
Plural im Akkusativ
Bezugswort im Plural + , die + Subjekt + ... + VerbDas sind die Freunde, die wir oft besuchen.
Wichtige Regeln
- 1
Genus und Numerus kommen vom Bezugswort
Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach dem Nomen, auf das es sich bezieht. Bei „der Mann“ braucht man eine maskuline Form, bei „die Frau“ eine feminine, bei „das Kind“ eine neutrale und bei „die Leute“ eine Pluralform.
- 2
Nominativ für das Subjekt
Wenn das Relativpronomen selbst die Handlung ausführt, steht es im Nominativ: der Mann, der arbeitet; die Frau, die spricht; das Kind, das spielt; die Leute, die warten.
- 3
Akkusativ für das direkte Objekt
Wenn eine andere Person oder Sache die Handlung ausführt und das Relativpronomen das direkte Objekt ist, steht es im Akkusativ: der Mann, den ich sehe; die Frau, die wir kennen; das Buch, das du liest; die Freunde, die er besucht.
- 4
Der Kasus wird im Relativsatz bestimmt
Der Kasus des Bezugswortes im Hauptsatz entscheidet nicht über den Kasus des Relativpronomens. Entscheidend ist ausschließlich die Funktion des Relativpronomens innerhalb des Relativsatzes.
- 5
Das Verb steht am Ende
Das konjugierte Verb steht im Relativsatz normalerweise am Satzende. Das gilt auch für Perfektformen: „der in Berlin arbeitet“ und „den ich gestern getroffen habe“.
- 6
Relativsätze werden durch Kommas abgetrennt
Vor einem Relativsatz steht ein Komma. Wird der Hauptsatz nach dem Relativsatz fortgesetzt, steht auch nach dem Relativsatz ein Komma.
- 7
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Genus und Numerus kommen vom Bezugsnomen, der Kasus aus der Funktion im Relativsatz: Ich kenne den Mann, der hier wohnt. Den Mann ist im Hauptsatz Akkusativ, der im Relativsatz Subjekt. Den ich sehe ist ein Objektmuster. Ein grammatisches Subjekt ist nicht bloß ein aktiv Handelnder. Das finite Verb steht hinten; eingeschobene Relativsätze erhalten beidseitige Kommas. Geübt werden Nominativ und Akkusativ.
Praktische Beispiele
Das ist der Mann, der im Supermarkt arbeitet.
Das ist der Mann. Er arbeitet im Supermarkt.
Der Mann ist das Subjekt von „arbeitet“, deshalb steht der im Nominativ.
Ich kenne eine Frau, die sehr gut Deutsch spricht.
Ich kenne eine Frau. Sie spricht sehr gut Deutsch.
Die bezieht sich auf Frau und ist das Subjekt von „spricht“.
Das ist das Kind, das jeden Morgen mit dem Bus fährt.
Das ist das Kind. Es fährt jeden Morgen mit dem Bus.
Das Relativpronomen steht im Nominativ, weil das Kind die Handlung ausführt.
Das sind die Studenten, die in unserer Klasse lernen.
Das sind die Studenten. Sie lernen in unserer Klasse.
Bei einem Bezugswort im Plural lautet das Relativpronomen im Nominativ die.
Der Mann, den ich gestern getroffen habe, kommt aus Hamburg.
Ich habe den Mann gestern getroffen. Er kommt aus Hamburg.
Ich ist das Subjekt des Relativsatzes und den ist das direkte Objekt.
Wo ist die Jacke, die du gestern gekauft hast?
Wo ist die Jacke? Du hast sie gestern gekauft.
Die Jacke ist das direkte Objekt von „gekauft hast“, deshalb steht die im Akkusativ.
Das Buch, das ich gerade lese, ist sehr interessant.
Ich lese gerade das Buch. Es ist sehr interessant.
Ich ist das Subjekt, das Buch ist das Objekt. Die Akkusativform von das bleibt das.
Die Freunde, die wir am Wochenende besuchen, wohnen in Köln.
Wir besuchen die Freunde am Wochenende. Sie wohnen in Köln.
Die bezieht sich auf den Plural Freunde und steht als direktes Objekt im Akkusativ.
Ich brauche einen Arzt, der heute arbeitet.
Ich brauche einen Arzt. Der Arzt arbeitet heute.
Obwohl „einen Arzt“ im Hauptsatz Akkusativ ist, steht der im Relativsatz im Nominativ, weil der Arzt dort das Subjekt ist.
Kennst du den Lehrer, den Anna so interessant findet?
Kennst du den Lehrer? Anna findet ihn sehr interessant.
Anna ist das Subjekt des Relativsatzes. Den Lehrer ist das direkte Objekt.
Wir suchen ein Hotel, das nicht zu teuer ist.
Wir suchen ein Hotel. Das Hotel ist nicht zu teuer.
Das bezieht sich auf Hotel und steht im Relativsatz als Subjekt.
Ich mag die Fotos, die du im Urlaub gemacht hast.
Ich mag die Fotos. Du hast sie im Urlaub gemacht.
Die Fotos sind das direkte Objekt von „gemacht hast“.
Typische Fehler
- ❌ Das ist der Mann, den hier wohnt. ✅ Das ist der Mann, der hier wohnt.
- ❌ Das ist der Mann, der ich gestern gesehen habe. ✅ Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe.
- ❌ Das ist die Frau, der hier arbeitet. ✅ Das ist die Frau, die hier arbeitet.
- ❌ Das ist das Kind, der hier wohnt. ✅ Das ist das Kind, das hier wohnt.
- ❌ Das sind die Kinder, der hier spielen. ✅ Das sind die Kinder, die hier spielen.
- ❌ Das ist der Mann, der in Bonn wohnen. ✅ Das ist der Mann, der in Bonn wohnt.
Lerntipps
- Bestimme zuerst Genus und Numerus des Bezugswortes.
- Prüfe danach nur den Relativsatz: Ist das Relativpronomen Subjekt oder direktes Objekt?
- Bei maskulinen Nomen hilft der Gegensatz der und den besonders: der steht hier für Nominativ, den für Akkusativ.
- Wenn im Relativsatz bereits ein anderes Subjekt wie ich, du, Anna oder wir steht, ist das Relativpronomen häufig das Objekt.
- Kontrolliere nach dem Schreiben immer die Verbposition: Das konjugierte Verb gehört ans Ende des Relativsatzes.
- Vergiss die Kommas nicht. Sie gehören grammatisch zum Relativsatz.
- Lass dich nicht vom Kasus des Bezugswortes im Hauptsatz täuschen. Für das Relativpronomen zählt seine eigene Funktion im Relativsatz.
Im eigenen Text verwenden
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- Bilde mit Tabellenmuster 2 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 3 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 4 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 5 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 6 einen neuen Satz über dich.
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Das ist der Mann, der hier wohnt. Das ist der Mann, den ich gestern gesehen habe. Das ist die Frau, die hier arbeitet. Das ist das Kind, das hier wohnt. Das sind die Kinder, die hier spielen. Das ist der Mann, der in Bonn wohnt.
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- Die beabsichtigte Bedeutung passt zur Konstruktion.
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Häufige Fragen
Worauf achte ich bei „Genus und Numerus kommen vom Bezugswort“?
Das Relativpronomen richtet sich in Genus und Numerus nach dem Nomen, auf das es sich bezieht. Bei „der Mann“ braucht man eine maskuline Form, bei „die Frau“ eine feminine, bei „das Kind“ eine neutrale und bei „die Leute“ eine Pluralform.
Worauf achte ich bei „Nominativ für das Subjekt“?
Wenn das Relativpronomen selbst die Handlung ausführt, steht es im Nominativ: der Mann, der arbeitet; die Frau, die spricht; das Kind, das spielt; die Leute, die warten.
Worauf achte ich bei „Akkusativ für das direkte Objekt“?
Wenn eine andere Person oder Sache die Handlung ausführt und das Relativpronomen das direkte Objekt ist, steht es im Akkusativ: der Mann, den ich sehe; die Frau, die wir kennen; das Buch, das du liest; die Freunde, die er besucht.
Worauf achte ich bei „Der Kasus wird im Relativsatz bestimmt“?
Der Kasus des Bezugswortes im Hauptsatz entscheidet nicht über den Kasus des Relativpronomens. Entscheidend ist ausschließlich die Funktion des Relativpronomens innerhalb des Relativsatzes.
Worauf achte ich bei „Das Verb steht am Ende“?
Das konjugierte Verb steht im Relativsatz normalerweise am Satzende. Das gilt auch für Perfektformen: „der in Berlin arbeitet“ und „den ich gestern getroffen habe“.
Worauf achte ich bei „Relativsätze werden durch Kommas abgetrennt“?
Vor einem Relativsatz steht ein Komma. Wird der Hauptsatz nach dem Relativsatz fortgesetzt, steht auch nach dem Relativsatz ein Komma.
Worauf achte ich bei „Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung“?
Genus und Numerus kommen vom Bezugsnomen, der Kasus aus der Funktion im Relativsatz: Ich kenne den Mann, der hier wohnt. Den Mann ist im Hauptsatz Akkusativ, der im Relativsatz Subjekt. Den ich sehe ist ein Objektmuster. Ein grammatisches Subjekt ist nicht bloß ein aktiv Handelnder. Das finite Verb steht hinten; eingeschobene Relativsätze erhalten beidseitige Kommas. Geübt werden Nominativ und Akkusativ.
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