Am Ende dieser Lektion kann ich …
- Anwenden: Regel 1: Das erste Verb wird konjugiert
- Anwenden: Regel 2: Bei einfachen Verben steht zu vor dem Infinitiv
- Anwenden: Regel 3: Die Infinitivgruppe steht meist am Satzende
- Anwenden: Regel 4: Bei trennbaren Verben steht zu in der Mitte
- Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Einfache Erklärung
Was ist ein Infinitiv mit zu?
Der Infinitiv ist die Grundform eines Verbs, zum Beispiel lernen, arbeiten oder schlafen. In vielen deutschen Sätzen wird eine zweite Handlung mit zu + Infinitiv ausgedrückt. Beispiel: „Ich versuche, mehr zu lesen.“ Das Verb versuche ist konjugiert. Die zweite Handlung steht als zu lesen am Ende.
Wann benutzt man zu + Infinitiv?
Auf A2-Niveau begegnet dir diese Struktur besonders nach Verben wie versuchen, hoffen, planen und vergessen. Auch Ausdrücke wie Zeit haben, Lust haben oder Es ist wichtig können mit einem Infinitiv mit zu stehen. Die Infinitivgruppe erklärt dann, welche Handlung gemeint ist.
Wo steht zu?
Bei einfachen Verben steht zu direkt vor dem Infinitiv: zu lernen, zu arbeiten, zu schlafen. Die Infinitivgruppe steht normalerweise am Ende des Satzes: „Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu lernen.“
Was passiert bei trennbaren Verben?
Bei trennbaren Verben steht zu zwischen dem Präfix und dem Verbstamm. Aus aufstehen wird aufzustehen, aus einkaufen wird einzukaufen und aus anrufen wird anzurufen. Deshalb sagt man nicht „zu aufstehen“.
Wann benutzt man kein zu?
Nach Modalverben wie können, müssen, wollen, sollen, dürfen und mögen steht der zweite Infinitiv normalerweise ohne zu. Man sagt zum Beispiel „Ich muss arbeiten.“ oder „Wir wollen gehen.“ Für A2 ist diese Unterscheidung besonders wichtig.
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Lerne den Anschluss mit dem ersten Verb: versuchen/planen + zu-Infinitiv, können/müssen/wollen dagegen ohne zu. Trennbares anzurufen schreibt man zusammen. Das Reflexivpronomen steht davor: sich zu freuen. Satzwertige Infinitivgruppen werden nach dem aktuellen Regelwerk von 2024 mit Komma abgetrennt. Ein integriertes komplexes Prädikat wie Er scheint zu schlafen ist ein anderes Muster. Hier werden die einfachen Beispielgruppen geübt.
Übersicht zum Gebrauch
Die Tabelle zeigt Satzmuster. Bedeutungsoptionen folgen der Oberflächensprache; übersetzte Sätze stehen unter Beispiele.
| Muster oder Funktion | Muster in der Zielsprache |
|---|---|
| Regel 2: Bei einfachen Verben steht zu vor dem Infinitiv | Ich versuche, Deutsch zu lernen. |
| Regel 4: Bei trennbaren Verben steht zu in der Mitte | Ich habe vergessen, Anna anzurufen. |
| Regel 5: Nach Modalverben steht normalerweise kein zu | Ich möchte Deutsch lernen. |
| Regel 1: Das erste Verb wird konjugiert | Ich habe Zeit, dir zu helfen. |
| Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung | Sie hat einen Grund, sich zu freuen. |
| Regel 3: Die Infinitivgruppe steht meist am Satzende | Es ist schön, hier zu bleiben. |
Grammatikformel
Grundstruktur
Subjekt + konjugiertes Verb + ..., zu + InfinitivIch versuche, mehr zu lesen.
Mit Zeit oder Lust
Subjekt + haben + Zeit/Lust + ..., zu + InfinitivIch habe Lust, heute zu kochen.
Mit Adjektiv
Es ist + Adjektiv + ..., zu + InfinitivEs ist wichtig, genug zu schlafen.
Trennbares Verb
Trennbares Präfix + zu + Infinitiv (auf + zu + stehen → aufzustehen)Ich versuche, früh aufzustehen.
Negation
..., nicht + zu + InfinitivIch versuche, nicht zu spät zu kommen.
Frage
Konjugiertes Verb + Subjekt + ..., zu + Infinitiv?Versuchst du, mehr Gemüse zu essen?
Wichtige Regeln
- 1
Regel 1: Das erste Verb wird konjugiert
Das Verb im Hauptsatz passt sich an Person und Zeit an. Die zweite Handlung steht als Infinitiv: Ich versuche, mehr zu schlafen.
- 2
Regel 2: Bei einfachen Verben steht zu vor dem Infinitiv
Die normale Form lautet zu + Infinitiv, zum Beispiel zu lernen, zu kommen oder zu machen.
- 3
Regel 3: Die Infinitivgruppe steht meist am Satzende
Die zweite Handlung wird normalerweise nach den anderen Satzinformationen genannt: Wir planen, im Sommer nach Hamburg zu fahren.
- 4
Regel 4: Bei trennbaren Verben steht zu in der Mitte
Das Präfix bleibt vor zu: aufstehen → aufzustehen, mitkommen → mitzukommen, einkaufen → einzukaufen.
- 5
Regel 5: Nach Modalverben steht normalerweise kein zu
Nach können, müssen, wollen, sollen, dürfen und mögen benutzt man den Infinitiv ohne zu: Ich kann schwimmen. Wir müssen gehen.
- 6
Regel 6: Auch negative Infinitivgruppen sind möglich
Die zweite Handlung kann mit nicht verneint werden: Ich versuche, heute nicht zu spät zu kommen.
- 7
Regel 7: In Fragen bleibt die Infinitivgruppe am Ende
Auch in Fragen steht die Infinitivgruppe normalerweise am Schluss: Versuchst du, mehr Wasser zu trinken?
- 8
Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung
Lerne den Anschluss mit dem ersten Verb: versuchen/planen + zu-Infinitiv, können/müssen/wollen dagegen ohne zu. Trennbares anzurufen schreibt man zusammen. Das Reflexivpronomen steht davor: sich zu freuen. Satzwertige Infinitivgruppen werden nach dem aktuellen Regelwerk von 2024 mit Komma abgetrennt. Ein integriertes komplexes Prädikat wie Er scheint zu schlafen ist ein anderes Muster. Hier werden die einfachen Beispielgruppen geübt.
Praktische Beispiele
Ich versuche, jeden Tag Deutsch zu lernen.
Ich bemühe mich, täglich Deutsch zu lernen.
Nach versuchen steht die zweite Handlung mit zu + Infinitiv.
Wir planen, im Sommer nach Berlin zu fahren.
Unser Plan ist, im Sommer nach Berlin zu fahren.
Die geplante Handlung wird mit zu fahren ausgedrückt.
Sie hofft, bald eine neue Wohnung zu finden.
Sie hat die Hoffnung, bald eine neue Wohnung zu finden.
Nach hoffen kann die erwartete Handlung mit zu + Infinitiv stehen.
Ich habe vergessen, die Tür zu schließen.
Ich habe nicht daran gedacht, die Tür zuzumachen.
Die vergessene Handlung steht als zu schließen.
Es ist wichtig, genug Wasser zu trinken.
Man sollte ausreichend Wasser trinken.
Nach Es ist wichtig kann eine Infinitivgruppe mit zu folgen.
Ich habe heute keine Zeit, zu kochen.
Heute kann ich mir keine Zeit zum Kochen nehmen.
Zeit haben kann mit einem Infinitiv mit zu ergänzt werden.
Hast du Lust, heute Abend spazieren zu gehen?
Möchtest du heute Abend einen Spaziergang machen?
Lust haben wird häufig mit zu + Infinitiv ergänzt.
Er versucht, jeden Morgen früh aufzustehen.
Er bemüht sich, morgens früh aus dem Bett zu kommen.
Bei aufstehen steht zu zwischen auf und stehen.
Wir versuchen, am Wochenende einzukaufen.
Wir bemühen uns, unsere Einkäufe am Wochenende zu erledigen.
Einkaufen wird mit zu zu einzukaufen.
Ich versuche, heute nicht zu spät zu kommen.
Ich bemühe mich, heute pünktlich anzukommen.
Nicht verneint hier die zweite Handlung.
Versuchst du, weniger Zucker zu essen?
Bemühst du dich, deinen Zuckerkonsum zu reduzieren?
Auch in der Frage bleibt zu essen am Ende.
Ich muss morgen früh arbeiten.
Morgen früh ist Arbeit für mich notwendig.
Nach müssen steht kein zu.
Typische Fehler
- ❌ Ich versuche, Deutsch dass lernen. ✅ Ich versuche, Deutsch zu lernen.
- ❌ Ich habe vergessen, Anna zu anrufen. ✅ Ich habe vergessen, Anna anzurufen.
- ❌ Ich möchte Deutsch zu lernen. ✅ Ich möchte Deutsch lernen.
- ❌ Ich habe Zeit, dir dass helfen. ✅ Ich habe Zeit, dir zu helfen.
- ❌ Sie hat einen Grund, zu sich freuen. ✅ Sie hat einen Grund, sich zu freuen.
- ❌ Es ist schön, hier bleiben zu. ✅ Es ist schön, hier zu bleiben.
Lerntipps
- Lerne häufige Kombinationen direkt zusammen: versuchen, ... zu; hoffen, ... zu; planen, ... zu; vergessen, ... zu.
- Suche zuerst das konjugierte Verb. Das zweite Verb steht häufig als zu + Infinitiv am Satzende.
- Achte bei trennbaren Verben besonders auf die Position von zu: aufzustehen, anzurufen, einzukaufen.
- Bei Modalverben solltest du prüfen, ob zu wirklich nötig ist. Normalerweise steht dort kein zu.
- Bilde zuerst einen einfachen Hauptsatz und ergänze dann die zweite Handlung als Infinitivgruppe.
- Übe nicht nur einzelne Verben, sondern ganze Sätze aus deinem Alltag.
Im eigenen Text verwenden
Schreibe sechs zusammenhängende Sätze über dein Leben, Pläne oder Erfahrungen und nutze jedes Tabellenmuster einmal. Prüfe mit den Regeln, warum die Konstruktion passt. Dies ist Selbsteinschätzung; der Multiple-Choice-Test erhält ein getrennt gespeichertes Ergebnis.
- Bilde mit Tabellenmuster 1 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 2 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 3 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 4 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 5 einen neuen Satz über dich.
- Bilde mit Tabellenmuster 6 einen neuen Satz über dich.
Muster ansehen
Ich versuche, Deutsch zu lernen. Ich habe vergessen, Anna anzurufen. Ich möchte Deutsch lernen. Ich habe Zeit, dir zu helfen. Sie hat einen Grund, sich zu freuen. Es ist schön, hier zu bleiben.
Prüfe deine Sätze
- Die beabsichtigte Bedeutung passt zur Konstruktion.
- Ich habe Subjekt, Verbform, Kasus/Präposition und Wortstellung geprüft.
- Ich habe eigene Kontexte formuliert und die Ausnahmen beachtet.
Jetzt selbst ausprobieren
Löse zwei Fragen ohne Konto. Registriere dich kostenlos, um weiterzuüben und Ergebnisse und Fortschritte zu speichern.
Verwandte Grammatik
Passender Wortschatz im Wörterbuch
Häufige Fragen
Worauf achte ich bei „Regel 1: Das erste Verb wird konjugiert“?
Das Verb im Hauptsatz passt sich an Person und Zeit an. Die zweite Handlung steht als Infinitiv: Ich versuche, mehr zu schlafen.
Worauf achte ich bei „Regel 2: Bei einfachen Verben steht zu vor dem Infinitiv“?
Die normale Form lautet zu + Infinitiv, zum Beispiel zu lernen, zu kommen oder zu machen.
Worauf achte ich bei „Regel 3: Die Infinitivgruppe steht meist am Satzende“?
Die zweite Handlung wird normalerweise nach den anderen Satzinformationen genannt: Wir planen, im Sommer nach Hamburg zu fahren.
Worauf achte ich bei „Regel 4: Bei trennbaren Verben steht zu in der Mitte“?
Das Präfix bleibt vor zu: aufstehen → aufzustehen, mitkommen → mitzukommen, einkaufen → einzukaufen.
Worauf achte ich bei „Regel 5: Nach Modalverben steht normalerweise kein zu“?
Nach können, müssen, wollen, sollen, dürfen und mögen benutzt man den Infinitiv ohne zu: Ich kann schwimmen. Wir müssen gehen.
Worauf achte ich bei „Regel 6: Auch negative Infinitivgruppen sind möglich“?
Die zweite Handlung kann mit nicht verneint werden: Ich versuche, heute nicht zu spät zu kommen.
Worauf achte ich bei „Regel 7: In Fragen bleibt die Infinitivgruppe am Ende“?
Auch in Fragen steht die Infinitivgruppe normalerweise am Schluss: Versuchst du, mehr Wasser zu trinken?
Worauf achte ich bei „Gebrauch, Ausnahmen und Bedeutung“?
Lerne den Anschluss mit dem ersten Verb: versuchen/planen + zu-Infinitiv, können/müssen/wollen dagegen ohne zu. Trennbares anzurufen schreibt man zusammen. Das Reflexivpronomen steht davor: sich zu freuen. Satzwertige Infinitivgruppen werden nach dem aktuellen Regelwerk von 2024 mit Komma abgetrennt. Ein integriertes komplexes Prädikat wie Er scheint zu schlafen ist ein anderes Muster. Hier werden die einfachen Beispielgruppen geübt.
Mit einem kostenlosen Konto bleiben gelesene Lektionen und Testergebnisse gespeichert.
Kostenlos registrieren und weiter